Alemania: Kartoffeln, Weitere Fruchtfolge ist gefragt

Der Anbau von Kartoffeln wird eine immer größere Herausforderung – nicht nur wegen zunehmender Resistenzen, sondern auch aufgrund fehlender neuer Wirkstoffe. Beim Kartoffel-Symposium, das kürzlich in Bremen stattfand, informierte Syngenta. Der Rückblick auf die Krautfäule-Saison 2016 zeigte, dass die Bedingungen optimal für Infektionen waren. Der Boden sei nie richtig abgetrocknet, so Dr. Harry Jansing, Fachberater bei Syngenta. Daher sei der Krautfäuledruck von Mitte Mai bis Ende August durchgehend sehr hoch gewesen. Durch den fehlenden Frost seien die Infektionen bereits sehr früh erfolgt. Besonders wichtig sei es bei der Krautfäule, die Primärinfektion sofort zu erfassen. Dass sich Kartoffelanbauer von zu engen Fruchtfolgen verabschieden sollten, dafür plädierte Berater Martin Kanders von der LWK Nordrhein-Westfalen. Eine weite Fruchtfolge mit Vorfrucht Winterweizen und Ölrettich sei am besten, so Kanders. 

Das bestätigen die langjährigen Fruchtfolgeversuche der LWK. Besonders in Jahren mit Pflanzenstress seien die positiven Effekte noch größer. Auch sei die Einarbeitung oder Abfuhr von Stroh sehr wichtig. Denn eine Strohauflage biete gute Bedingungen für Rhizoctonia.

Zwischenfruchtanbau sei zu Kartoffeln grundsätzlich positiv, so Ulf Hofferbert von der Europlant Pflanzenzucht GmbH. Allerdings müsse man unter Greening-Auflagen die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen, um die Bedingungen für die Kartoffeln nicht zu verschlechtern. Um z.B. die phytosanitäre Wirkung von Ölrettich nutzen zu können, müsse der Bestand frei von Ausfallgetreide und Unkräutern sein, so Hofferbert. Diese seien Überträger des TR-Virus. Da die Möglichkeiten aufgrund der Auflagen beim Greening jedoch begrenzt seien, müsse man überlegen, ob diese Auflagen im Betrieb nicht anders umzusetzen seien. Dann könne man die Zwischenfrüchte optimal anbauen und so positive Effekte für die Kartoffeln erzielen.

Ein wesentlicher Punkt im Pflanzenschutz ist zudem die Abdrift-mindernde Herbizid-Applikation. Auf das Zusammenspiel von Technik und Applikationsbedingungen wies Ralf-Anton Brune von Syngenta hin. Es reiche nicht aus, eine Abdrift-mindernde Düse zu verwenden und dann mit zu hohem Druck oder bei falscher Witterung zu applizieren. Je kleiner der Druck, desto größer der Tropfen und umso geringer die Abdrift, so Brune.

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